Vielfalt zum Nulltarif? Vom Sparen zum Kahlschlag

Im September 2025 haben wir mit „Vielfalt zum Nulltarif? – Das wird teuer!“ zehn konkrete Forderungen zum Bundeshaushalt 2026 vorgelegt. Der nun vorliegende Regierungsentwurf für 2027 zeigt: Keine unserer zentralen Forderungen wurde umgesetzt. Stattdessen wurden mehrere der ohnehin schon unzureichenden Förderlinien weiter gekürzt, teils drastisch. Was wir vor einem Jahr als strukturelles Defizit benannt haben, hat sich zu einem handfesten Kahlschlag entwickelt.

Dabei bilden Migrant*innenorganisationen und neue deutsche Organisationen seit Jahrzehnten eine tragende Säule der Einwanderungsgesellschaft – und das bei einer Strukturförderung von gerade einmal 2 Mio. Euro.

Was der Regierungsentwurf konkret bedeutet

Der Vergleich mit dem Vorjahreshaushalt zeigt: Während die institutionelle Basis, etwa der Titel der Integrations-/ Antirassismusbeauftragten oder die Zuschüsse an die Wohlfahrtsverbände, weitgehend stabil bleibt, werden ausgerechnet die Mittel für Zugang, Beratung und communitynahe Teilhabe deutlich zurückgefahren. Die Integrationskurse werden mit −44,5 % nahezu halbiert, die Asylverfahrensberatung trotz positiver Evaluation um −79,6 % gekürzt, „Zusammenhalt durch Teilhabe“ sinkt um −37,8 % und das Patenschaftsprogramm „Menschen stärken Menschen“ wird mit −96,1 % faktisch abgeschafft. Zusammen mit der Umbenennung des zentralen Demokratietitels weg von „Vielfalt und Toleranz“ hin zu „Extremismusprävention“ und der Änderung der Förderrichtlinie von „Demokratie leben!“ ergibt sich eine erkennbare inhaltliche Schwerpunktverschiebung, nicht nur eine reine Kürzungsrunde.

Was wir fordern

  • Community-basierte Beratung strukturell und nachhaltig in allen Förderrichtlinien verankern.
  • Strukturförderung beim BAMF und Houses of Resources deutlich ausweiten und langfristig für fünf Jahre absichern.
  • Zusammenhalt durch Teilhabe: Kürzung von 37,8 % zurücknehmen und Förderrichtlinien „MO-freundlich“ gestalten.
  • Demokratie leben!: Infrastrukturförderung erhalten, „Menschen stärken Menschen“ nicht abschaffen, verbindliche Förderquote für MOs und ndOs.
  • Bundesbeauftragten-Stelle gegen Anti-Schwarzen Rassismus gesetzlich verankern.
  • (Post)migrantische Familienverbände und Wohlfahrtsverbände strukturell und institutionell fördern statt weiter kürzen.

Im September beginnt mit der ersten Lesung im Bundestag die entscheidende Phase des Haushaltsverfahrens 2027. Wir fordern die Mitglieder des Haushaltsausschusses und die zuständigen Fachpolitiker*innen auf, die Kürzungen in den kommenden Wochen zu revidieren.

Weitere Informationen

Unsere zehn aktualisierten Forderungen im Detail finden Sie im Papier „Vielfalt zum Nulltarif? Vom Sparen zum Kahlschlag„. Den ausführlichen Vergleich des Regierungsentwurfs 2027 mit unseren Forderungen 2026 – inklusive Zahlen, Zeitplan und Einschätzung – finden Sie in unserer Mitgliederinformation Juli 2026. Die Forderungen zu dem Haushalt 2026 finden Sie im Papier „Vielfalt zum Nulltarif? – Das wird teuer!

Kontakt: info@bk-mo.de

Über 80 Verbände unterstützen von Rechtsextremen bedrohte Bürger*innen

Bündnis „Zusammen für Demokratie“ stellt Solidaritätsvereinbarung für bedrohte Engagierte und Einrichtungen vor

Berlin, 27. August 2026. Die im Bündnis „Zusammen für Demokratie“ zusammengeschlossenen Verbände wollen Personen und Einrichtungen, die von Rechtsextremen attackiert oder bedroht werden, gemeinsam unterstützen. Wer wegen seines Einsatzes für die Demokratie angegriffen wird, soll nicht allein bleiben. Das ist das Ziel einer Solidaritätsvereinbarung, die von mehr als 80 Verbänden unterstützt wird – darunter Gewerkschaften, die großen christlichen Kirchen, Sportverbände sowie zahlreiche Menschenrechts-, Sozial- und Umweltorganisationen.

Nach Anschlägen auf Jugend- oder Kulturzentren, bei Hasskampagnen gegen Menschen, die sich öffentlich äußern, oder wenn ehrenamtlich Engagierte bedroht werden, wollen die Bündnismitglieder gemeinsam Unterstützung organisieren. Je nach Situation kann das etwa durch öffentliche Solidarität, rechtliche Hilfe oder finanzielle Unterstützung geschehen.

Mit der Vereinbarung reagieren die Verbände auf zunehmende Angriffe und Anfeindungen gegen Menschen und Organisationen, die sich für Demokratie und Menschenrechte einsetzen. Ziel ist es, Betroffenen Rückhalt zu geben und sie darin zu bestärken, ihr Engagement fortzusetzen. Angriffe auf einzelne Menschen oder Organisationen sollen nicht dazu führen, dass sie sich zurückziehen oder mit der Bedrohung allein bleiben.

Yasmin Fahimi, Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), erklärt: „Lassen wir uns nicht spalten. Spaltung schwächt unsere Gesellschaft. Wir setzen dem Solidarität entgegen und bieten mit der Solidaritätsvereinbarung Schutz, Öffentlichkeit und Unterstützung. Wenn Einzelne angegriffen werden, dann stehen wir zusammen.“

Andre Lehmann aus dem Bundesvorstand des LSVD Verband Queere Vielfalt betont: „Der Anschlag auf den CSD Berlin traf einen Ort des Kampfes für queere Rechte und steht gerade deshalb für den steigenden queerfeindlichen Hass in Deutschland. Ein Angriff auf queere Rechte ist immer auch ein Angriff auf demokratische Räume. Daher stehen wir gemeinsam für Vielfalt und Demokratie.“

Sophie Lampl, Geschäftsführende Vorständin von Greenpeace Deutschland, sagt: „Unsere Zivilgesellschaft ist die fünfte Säule der Demokratie. Rund 27 Millionen Menschen engagieren sich ehrenamtlich für Umwelt, Menschenrechte oder sozialen Zusammenhalt in Deutschland. Als kritische Organisationen schauen wir den Regierenden auf die Finger, machen Missstände sichtbar und bringen mit unserer Expertise Lösungen im Sinne des Gemeinwohls ein.”

Rüdiger Schuch, der Präsident der Diakonie Deutschland, betont: „Auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Diakonie erleben Gewaltandrohung, spüren bisweilen Angst und Unsicherheit, weil sie für andere da sind, etwa in der Migrationsberatung oder der Arbeit mit Menschen mit Behinderung. Das erleben auch Menschen, die sich bei uns ehrenamtlich engagieren. Hass und Hetze statt Respekt und Anerkennung. Genau hier setzt die Solidaritätsvereinbarung des Bündnisses an: Mit Anfeindungen soll niemand allein umgehen müssen, sondern das wollen wir gemeinsam tun.“

Karen Taylor, Vorständin der Bundeskonferenz der Migrant*innenorganisationen, sagt: „Die Ziele wechseln, das Muster bleibt gleich. Heute trifft es eine migrantische Organisation, morgen eine queere Initiative, übermorgen eine Umweltorganisation oder Gewerkschaft. Unsere Antwort ist nicht Rückzug, sondern organisierte Solidarität. Wenn eine Organisation angegriffen wird, bleibt sie nicht allein. So ist klar: Solidarität ist kein Gefühl. Solidarität ist eine gemeinsame Verantwortung.“

Das Bündnis „Zusammen für Demokratie“ wurde 2024 gegründet, um das Engagement der beteiligten Verbände für Demokratie und Menschenrechte zu bündeln. Mit der Solidaritätsvereinbarung wollen die Mitgliedsorganisationen ihre Unterstützung für bedrohte Bürger*innen und Einrichtungen gemeinsam und verlässlich organisieren.

Mehr Informationen finden Sie in diesem Dokument: Solidaritaetsvereinbarung_Pressemappe.pdf

 

 

Mit freundlichen Grüßen,

Jonas Frykman [er,ihm], Margaretha Eich [sie,ihr]

 

E-Mail: info@zusammen-fuer-demokratie.de

Telefon: +49 1579 2490625

 

WERKSTUDENT*IN (M/W/D) BÜRO- UND VERANSTALTUNGSMANAGEMENT

DIE BUNDESKONFERENZ DER MIGRANT*INNENORGANISATIONEN (BKMO) SUCHT AB SOFORT EINE*N STUDENTISCHE*N MITARBEITER*IN (10-15 STUNDEN/WOCHE) ZUR UNTERSTÜTZUNG IM BEREICH DES BÜRO- SOWIE VERANSTALTUNGSMANAGEMENTS.

DEINE AUFGABEN

  • Unterstützung bei Verwaltungsabläufen
    Mithilfe bei der Aktenführung, Datenpflege und Ablage unserer projektbasierten Arbeit. Vorbereitende Prüfung von Belegen (z.B. für die Erstattung von Reisekosten).
  • Büromanagement
    Unterstützung bei Terminplanungen, Bearbeitung des Posteingangs/-ausgangs, Kopier- und Scanarbeiten sowie Bürobestellungen.
  • Mitarbeit bei Veranstaltungen oder Sitzungen
    Protokollführung, Vorbereitung von Unterlagen und Präsentationen, organisatorische Unterstützung bei Veranstaltungen (bspw. der BKMO-Jahreskonferenz im Oktober).
  • Pflege von Datenbanken und Excel-Tabellen
    Einpflegen / Aktualisieren von Datenbeständen für interne Auswertungen oder Statistiken

 

ANFORDERUNGEN

Formale Anforderung:

  • Immatrikulation in einem relevanten Studiengang wie Verwaltungswissenschaft, Sozialwissenschaft, Politikwissenschaft o.ä. (Bachelor oder Master)

Gewünschte Erfahrungen:

  • Idealerweise erste praktische Erfahrungen mit Büro- und Verwaltungsvorgängen sowie im Veranstaltungsmanagement
  • Sicherheit im Umgang mit MS Officeprogrammen
  • Interesse in den Bereichen Gleichstellung, Antidiskriminierung und Vielfaltsgestaltung

Gewünschte persönliche Kompetenzen:

  • Sorgfältige und strukturierte Arbeitsweise, bspw. bei der Prüfung von Dokumenten und Belegen
  • Ein hohes Maß an Eigenverantwortung und Zuverlässigkeit.
  • Die Fähigkeit, Aufgaben selbstständig voranzutreiben und bei Unklarheiten proaktiv nachzufragen.

WIR BIETEN

  • Vergütung: 12–14 €/Stunde, angelehnt an TV Stud III
  • Flexible Arbeitszeiten und Homeoffice-Möglichkeiten
  • Ein engagiertes und unterstützendes Team
  • Mitarbeit in einem wachsenden (post)migrantischen Netzwerk

WISSENSWERTES ÜBER DIE BKMO
Die BKMO wurde 2017 gegründet und ist ein Zusammenschluss von über 70 Migrant*innenorganisationen, die auf der bundespolitischen Ebene aktiv sind. Die BKMO bildet eine Diskussions- und Vernetzungsplattform, die People of Colour, Black People, Menschen mit Migrationsgeschichte, Menschen mit afrikanischen Vorfahren und Geflüchteten eine sichtbare und hörbare Stimme verleiht.
Ihr Ziel ist es, Forderungen und Vorschläge zur Gestaltung unserer Einwanderungsgesellschaft und zum Kampf gegen Rassismus und jedwede Menschen- und Demokratiefeindlichkeit zu bündeln und in die Politik und Öffentlichkeit zu tragen. Weitere Informationen unter www.bundeskonferenz-mo.de.

Die BKMO wird gefördert durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, durch die Bundesbeauftragte für Antirassismus, durch die Robert Bosch Stiftung sowie die Software AG Stiftung.

BEWERBUNG

Wir freuen uns über aussagekräftige Bewerbungen per Mail an info@bk-mo.de.

Hinweis: Es gibt keine feste Bewerbungsfrist – wir sichten alle eingehenden Bewerbungen fortlaufend und führen bei passender Eignung zeitnah erste Gespräche. Idealerweise ist der Arbeitsstart ab sofort.

Ausdrücklich erwünscht sind Bewerbungen von Menschen, die Diskriminierungserfahrung machen, die sich z.B. als Sinti*zze und Rom*nja, Schwarze Deutsche, Person of Color, jüdisch, muslimisch und /oder Geflüchtete bezeichnen, sowie Menschen mit familiärer Migrations- oder Fluchtgeschichte.

Bei Rückfragen wendet Euch bitte an info@bk-mo.de.