Expertise statt Herkunft! BKMO zur Debatte um Diversität in der Bundesverwaltung

Pressemitteilung v. 27.06.2024

Expertise statt Herkunft! Das Partizipationsgesetz wird keine Menschen mit Migrationsgeschichte bevorzugen, sondern gesellschaftliche Realität abbilden

Das im Koalitionsvertrag erwähnte Bundespartizipationsgesetz ist im öffentlichen Gespräch. Die größte Aufregung: Menschen mit Migrationsgeschichte den Zugang zu höheren Positionen in der öffentlichen Verwaltung durch verbindliche Zielgrößen zu ermöglichen. Die Bundeskonferenz der Migrantenorganisationen (BKMO) sieht in dem Gesetz eine Chance, gesellschaftliche Realitäten in öffentlichen Strukturen adäquat abzubilden und die Kompetenzen in der Verwaltung zu erhöhen. Sie ruft zu einer Versachlichung der medialen und politischen Debatte auf.

„Es ist ein Märchen, dass Menschen mit Migrationsgeschichte durch eine Diversitätsstrategie im öffentlichen Dienst ohne Prüfung ihrer beruflichen Eignung bevorzugt werden sollen“, sagt Karen Taylor, Sprecherin der BKMO. „Die derzeitige mangelnde Repräsentanz liegt nicht am Mangel an Qualifikation und Eignung, sondern am fehlenden Willen. Ein Bundespartizipationsgesetz wird die Verwaltung besser und kompetenter machen. Denn es soll gerade nicht um Bevorzugung aufgrund von Herkunft gehen, sondern es sollen bestehende Benachteiligungen abgebaut werden, die verhindern, dass bestimmte Gruppen von Menschen mit gleicher oder womöglich besserer Expertise überhaupt im öffentlichen Dienst arbeiten.“

Zudem belegen Studien, dass Vielfalt die Produktivität am Arbeitsplatz erhöht. Karen Taylor ergänzt: „Genauso wichtig ist, dass 29 Prozent der Bevölkerung, nämlich die mit Migrationsgeschichte, derzeit nicht adäquat in der Verwaltung repräsentiert sind und der Verwaltung somit viele Perspektiven und Erfahrungswerte fehlen. Das gilt es nun mit einem Bundespartizipationsgesetz auszugleichen, damit auch unsere öffentlichen Strukturen die Gesellschaft abbilden und dadurch zukunftsfähig arbeiten können.“

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29% der Menschen in Deutschland haben Migrationsgeschichte und brauchen eine Stimme: Die Bundeskonferenz der Migrant*innenorganisationen (BKMO) ist ein Zusammenschluss von über 70 Migrant*innenorganisationen mit dem bundespolitischen Anspruch, als Ansprechpartner von Bundestag und Bundesregierung politische Impulse zu setzen und zu einer zukunftsgewandten, alle umfassenden und teilhabeorientierten Politik beizutragen. www.bundeskonferenz-mo.de

Der Vertreter*innenrat der BKMO

Michael AlliMadi, Panafrikanische Organisation | Dr. Rubén Cárdenas Carbajal, Dachverband der Migrantenorganisationen in Ostdeutschland (DaMOst) | Ehsan Djafari, Iranische Gemeinde in Deutschland | Adetoun Küppers-Adebisi, AFROTAK TV cyberNomads | Mamad Mohamad, Landesnetzwerk Migrantenorganisationen in Sachsen-Anhalt (LAMSA) | Marianne Ballé Moudoumbou, Pan African Women’s Empowerment and Liberation Organisation – PAWLO Masoso Germany | Galina Ortmann, Bundesverband interkultureller Frauen (BIFeV) | Nursemin Sönmez, neue deutsche organisationen | Anastasia Sudzilovskaya, Bundesverband russischsprachiger Eltern (BVRE) | Karen Taylor, Each One Teach One (EOTO)

Pressekontakt: info@bk-mo.de | 0157 5429 4529

Die Pressemitteilung als PDF.

BKMO als Verein gegründet – neuer Vorstand gewählt

Pressemitteilung v. 09.07.2024

Bundeskonferenz der Migrantenorganisationen als Verein gegründet. Karen Taylor und Mamad Mohamad zu neuen Vorsitzenden gewählt.

Die Bundeskonferenz der Migrant*innenorganisationen (BKMO) besteht als herkunftsübergreifendes Netzwerk migrantischer und post-migrantischer Selbstorganisationen bereits seit November 2017. Am 5. Juli 2024 haben sich 30 Verbände als BKMO-Verein gegründet. Karen Taylor und Mamad Mohamad sind als Vorsitzende gewählt.

Am vergangenen 5. Juli 2024 gründeten 30 bundesweit tätige Verbände den Verein der Bundeskonferenz der Migrant*innenorganisationen. Unter den Gründungsmitgliedern sind bspw. die größten Community-Verbände wie der Polnische Sozialrat, die Türkische Gemeinde in Deutschland, der Bundesverband russischsprachiger Eltern und mehrere afrodiasporische Vereine. Außerdem zählen postmigrantische Netzwerke wie die neuen deutschen Organisationen sowie Jugend-, Frauen- und Fachverbände dazu. Das Bundesnetzwerk existiert bereits seit 2017 und setzt sich als herkunftsübergreifende Interessenvertretung für die Verbesserung von Chancengerechtigkeit und politischen, sozialen und wirtschaftlichen Teilhabemöglichkeiten für alle ein, sowie den Abbau von Rassismus und Diskriminierungsformen.

Mamad Mohamad, Vorsitzender der BKMO, erklärt: „Die Gründung der BKMO als Verein repräsentiert einen Meilenstein für die Migrant*innenorganisationen in Deutschland. Sie schafft eine Plattform für den Austausch, die Bündelung von Ressourcen und die Verstärkung unserer gemeinsamen Stimme in der Gesellschaft. Mit diesem Zusammenschluss setzen wir ein starkes Zeichen für Partizipation und tragen aktiv zu einer gerechteren und vielfältigeren Gesellschaft bei.“

Karen Taylor, Vorsitzende der BKMO, ergänzt: „Die aktuelle politische Lage ist eine sehr schwierige. Rechtsextremismus und Rassismus sind salonfähig geworden, prägen öffentlich-mediale Debatten und sitzen in hoher Zahl in den Parlamenten. Die Auswirkungen spüren wir tagtäglich: In Form von strukturellen Benachteiligungen in der Schule oder auf dem Arbeitsmarkt, in Form von Beleidigungen und körperlichen Angriffen. Es liegt an uns allen, das grundgesetzliche Versprechen von Chancengerechtigkeit und Diskriminierungsfreiheit umzusetzen und zu leben – dafür werden wir uns die nächsten Jahre stark machen.“

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29% der Menschen in Deutschland haben Migrationsgeschichte und brauchen eine Stimme: Die Bundeskonferenz der Migrant*innenorganisationen (BKMO) ist ein Zusammenschluss von über 70 Migrant*innenorganisationen mit dem bundespolitischen Anspruch, als Ansprechpartner von Bundestag und Bundesregierung politische Impulse zu setzen und zu einer zukunftsgewandten, alle umfassenden und teilhabeorientierten Politik beizutragen. www.bundeskonferenz-mo.de

Der Vorstand der BKMO

Vorsitzende: Mamad Mohamad (Landesnetzwerk Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt e.V.) & Karen Taylor (Each One Teach One EOTO e.V.)

Kassenwartin: Cana Nurtsch (Türkische Gemeinde in Deutschland e.V.)

Beisitzer*innen: Leyla Akpinar, Young Voice TGD e.V. | Michael AlliMadi, Panafrikanische Organisation | Ehsan Djafari, Iranische Gemeinde in Deutschland | Marianne Ballé Moudoumbou, Pan African Women’s Empowerment and Liberation Organisation – PAWLO Masoso Germany | Zeynep Sezgin Radandt, Bundeselternnetzwerk für Bildung & Teilhabe e.V. (bbt) | Anastasia Sudzilovskaya, Bundesverband russischsprachiger Eltern (BVRE)

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Pressekontakt: info@bk-mo.de| 0157 5429 4529

BKMO im Bündnis „Zusammen für Demokratie“

Pressemitteilung zum internationalen Tag gegen Rassismus, 21.03.2024

Unter dem Motto Zusammen für Demokratie. Im Bund. Vor Ort. Für Alle. wurde am heutigen Donnerstag ein breites gesellschaftliches Bündnis zur Stärkung der Demokratie ins Leben gerufen.

Die rund fünfzig teilnehmenden Organisationen, darunter der Deutsche Gewerkschaftsbund, die beiden großen christlichen Kirchen, Sozial- und Wohlfahrtsverbände, Menschenrechts- und Umweltorganisationen sowie Kultur- und Sportverbände werden sich durch konkrete Maßnahmen vor Ort für Demokratie und Menschenrechte einsetzen. Denn, so heißt es in dem veröffentlichten Statement: „Es geht uns alle an: Wir treten ein für die unteilbaren Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit und eine klimagerechte Zukunft. Wir stehen für eine vielfältige, freie und offene Gesellschaft. Gemeinsam verteidigen wir unsere Demokratie und alle, die hier leben, gegen die Angriffe der extremen Rechten.“

Ziel des Bündnisses sei es, das Engagement der Zivilgesellschaft zu unterstützen, zu verstetigen und durch konkrete Maßnahmenpakete zu unterstützen. So heißt es in dem veröffentlichten Maßnahmenplan: „Wir machen die Herausforderungen von Engagierten vor Ort zu unseren eigenen. Wir gehen mit ihnen ins Gespräch und orientieren uns an ihren Bedarfen. Wir unterstützen sie zielgenau, mit direkter und unbürokratischer Hilfe mittels eines Dreiklangs aus Paketen für Bildung, Kultur und Infrastruktur, die abgerufen werden können. Wir vernetzen uns mit ihnen und unterstützen bei der Vernetzung untereinander.“

Mit Blick auf die anstehenden Wahlen in Deutschland und Europa drohe, dass die AfD und andere extrem rechte Parteien weiter gestärkt würden. „Noch können wir diese Entwicklung stoppen. Wir haben die Wahl.“, so der Trägerkreis.

Yasmin Fahimi, Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds

„Wir wollen zeigen: Unser Land ist wehrhaft gegen extreme Rechte und die Feinde der Demokratie. Unser Land hat so viel Potenzial – weil es so vielfältig ist. Aber es ist unsere Verantwortung, dass das so bleibt. Dafür brauchen wir Menschen vor Ort, die machen – und mitmachen. Deshalb stellt sich unser Bündnis langfristig, nachhaltig und mit dem Blick auf das praktische und das konkrete Handeln auf.“

Anna-Nicole Heinrich, Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
„Zusammen mit anderen wollen wir als Evangelische Kirche in Deutschland für die unverlierbare Würde eines jeden Menschen, für die Demokratie und unser Gemeinwesen einstehen. Wir können uns nicht neutral verhalten, wenn Menschen ausgegrenzt, verachtet, verfolgt oder bedroht werden.“

Eter Hachmann, Vorsitzende Dachverband der Migrant*innenorganisationen in Ostdeutschland (DaMOst)

„Wir sind Teil des Bündnisses, weil wir eine kollektive und solidarische Antwort auf Rassismus und völkisch-nationalistischen Populismus geben möchten. Insbesondere migrantische Communities werden die Auswirkungen der Ergebnisse der bevorstehenden Wahlen im Osten spüren. Darum wollen wir gemeinsam für demokratische Werte und eine Gesellschaft der Vielfalt kämpfen.“

Matthias Keussen (Vorstand, Athletic Sonnenberg e.V., Vertreter für die Deutsche Sportjugend im DOSB)

„Sportvereine, Initiativen und lokale Akteur*innen, die sich für die Stärkung des demokratischen Zusammenlebens vor Ort einsetzen, brauchen Handlungssicherheit. Sie müssen vor Angriffen auf ihre Arbeit für eine bunte und offene Gesellschaft geschützt werden und benötigen unbürokratisch zugängliche Unterstützungsangebote. Besonders junge Menschen müssen vor Ort dazu befähigt werden, unter gefestigten und sicheren Rahmenbedingungen, für demokratische Werte einzustehen. Darum begrüße ich es sehr, dass das Bündnis von der Bundesebene aus gezielte Maßnahmen vor Ort unterstützen wird.“

Alle weiteren Informationen finden Sie unter: www.zusammen-fuer-demokratie.de

 

BKMO zu den Recherchen von Correctiv: Deutschlands Neue Rechte offenbart pure völkische Menschenfeindlichkeit. BKMO fordert breiteres Bündnis für die demokratische Gesellschaft.

Pressemitteilung v. 15.01.2024

Die Bundeskonferenz der Migrantenorganisationen (BKMO) zeigt sich entsetzt über das Ausmaß an Menschenfeindlichkeit, das die Recherchen von Correctiv zu einem Geheimtreffen einflussreicher Neuer Rechter im November 2023 offenbart haben. Sie fordert Konsequenzen von allen demokratischen Parteien und Rückendeckung für diejenigen, die direkt vom Rassismus und Rechtsextremismus der AfD und anderer Organisationen aus dem Spektrum der Neuen Rechten betroffen sind.

Mamad Mohamad, Mitglied im Vertreter*innenrat (VR) der BKMO, erklärt:

„Wir dürfen die Inhalte und Forderungen dieses Treffen in keinster Weise relativieren. Gefordert wird eine millionenfache Deportation von Menschen, das hat nichts mit Migration oder Abschiebung zu tun, das ist pure völkische Menschenfeindlichkeit. Die AfD bereitet seit Jahren mit ihren Hetzkampagnen und Reden tagtäglich genau diesen Weg. Wir, die direkt von Rassismus und Rechtsextremismus betroffen sind, brauchen dringend Rückendeckung aus der Politik und ein echtes Einstehen und Schutz für unsere offene, vielfältige und gleichberechtigten Gesellschaft.“

 

Es liegt an allen demokratischen Parteien, völkische und menschenfeindliche Stimmungsmache nicht zu übernehmen, sondern die Bedrohung für uns alle zu erkennen und ihr entschieden, sichtbar und hörbar, entgegenzutreten.

Es liegt insbesondere an der CDU, innerparteiliche Konsequenzen zu ziehen und ihre Brandmauer nach rechts auch wirklich zu leben.

Es liegt an uns allen in der Zivilgesellschaft, solidarisch miteinander zu sein und füreinander einzustehen und noch mehr und breitere Allianzen zu schmieden.

Die BKMO dankt Correctiv für diese Recherche. Es ist für unsere Demokratie enorm wichtig, dass es investigativen Journalismus gibt. Die pauschale Hetze gegen öffentlich-rechtliche Medien, wie wir sie gerade wieder erleben, ist eine altbekannte Strategie rechter Kräfte, um die Pressefreiheit zu schwächen.

 

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26% der Menschen in Deutschland haben Migrationsgeschichte und brauchen eine Stimme: Die Bundeskonferenz der Migrant*innenorganisationen (BKMO) ist ein Zusammenschluss von über 70 Migrant*innenorganisationen mit dem bundespolitischen Anspruch, als Ansprechpartner von Bundestag und Bundesregierung politische Impulse zu setzen und zu einer zukunftsgewandten, alle umfassenden und teilhabeorientierten Politik beizutragen. www.bundeskonferenz-mo.de

 

Der Vertreter*innenrat der BKMO

Michael AlliMadi, Panafrikanische Organisation | Dr. Rubén Cárdenas Carbajal, Dachverband der Migrantenorganisationen in Ostdeutschland (DaMOst) | Ehsan Djafari, Iranische Gemeinde in Deutschland | Adetoun Küppers-Adebisi, AFROTAK TV cyberNomads | Mamad Mohamad, Landesnetzwerk Migrantenorganisationen in Sachsen-Anhalt (LAMSA) | Marianne Ballé Moudoumbou, Pan African Women’s Empowerment and Liberation Organisation – PAWLO Masoso Germany | Galina Ortmann, Bundesverband interkultureller Frauen (BIFeV) | Nursemin Sönmez, neue deutsche organisationen | Anastasia Sudzilovskaya, Bundesverband russischsprachiger Eltern (BVRE) | Karen Taylor, Each One Teach One (EOTO)

 

Pressekontakt: info@bk-mo.de| 0157 5429 4529

Forderungspapier von BAGFW und BKMO: Anspruch auf Sprachmittlung im Gesundheitswesen

Forderungspapier von BAGFW und BKMO: Anspruch auf Sprachmittlung im Gesundheitswesen

13. Dezember 2023

Die Bundeskonferenz der Migrantenorganisationen (BKMO) und die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) begrüßen das Vorhaben der Bundesregierung, den Anspruch auf Sprachmittlung im Gesundheitswesen im SGB V zu verankern. Eine sichere Verständigung ist Grundvoraussetzung für eine gute gesundheitliche Versorgung. Eine gesetzliche Grundlage zur Inanspruchnahme von Sprachmittlungsleistungen hilft, einen gleichberechtigten und diskriminierungsfreien Zugang zur gesundheitlichen Versorgung für alle Menschen zu ermöglichen.

In einem gemeinsam erarbeiteten Forderungspapier weisen die BKMO und die BAGFW auf einige elementare Punkte hin, die bei der Umsetzung des Gesetzesvorhabens beachtet werden müssen:

  • Der Anspruch auf Sprachmittlung muss für alle Gesundheitsleistungen gelten, die im GKV-Leistungskatalog geführt werden.
  • Auch Menschen, die Anspruch auf gesundheitliche Leistungen nach dem AsylbLG haben, benötigen einen gesicherten Anspruch auf Sprachmittlung in der gesundheitlichen Versorgung.
  • Langfristig ist der Anspruch auf Sprachmittlung übergreifend im SGB I und im SGB X zu verankern.

In dem Papier wurden Empfehlungen formuliert, unter anderem zu den folgenden Fragen:

  • Wie kann die Entscheidung erfolgen, ob eine Sprachmittlung benötigt wird?
  • Welche Sprachmittlungsformate sind adäquat und erforderlich?
  • Wie ist die Qualität der Sprachmittlung sicherzustellen?

Das Forderungspapier basiert auf den Ergebnissen zweier Fachgespräche mit Expert*innen aus der Wissenschaft und Fachpraxis, die im Jahr 2022 gemeinsam von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) und dem Verband für interkulturelle Wohlfahrtspflege, Empowerment und Diversity (VIW) ausgerichtet wurden.

Die Dokumentationen der beiden Fachgespräche sind online verfügbar unter:

Auch der aktuelle Bericht des Nationalen Diskriminierungs- & Rassismusmonitors am Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) stützt diese Forderungen und zeigt auf, dass u.a. die fehlende Kostenübernahme von Sprachmittlungsleistungen bestehende Strukturen von Diskriminierung und Rassismus verstärken kann. Empfohlen wird auch hier die Förderung von Sprachmittlung und Sprachkompetenzen der Beschäftigten sowie die mehrsprachige und multimediale Gestaltung von Angeboten zum Abbau von Sprachbarrieren:


Einladung zur 8. Bundeskonferenz der Migrant*innenorganisationen

Die diesjährige Bundeskonferenz der Migrant*innenorganisationen findet am 4. – 5. Dezember 2023 in Berlin im Global Village (Am Sudhaus 2, 12053 Berlin) statt. Die Konferenz richtet sich im internen Teil an die Mitglieder und potenziellen Mitglieder der BKMO, im öffentlichen Teil der Konferenz sind auch Wegbegleiter*innen, Kolleg*innen und Interessierte ganz herzlich eingeladen.

Während wir das inhaltliche Programm der diesjährigen Konferenz planten, geschah der schreckliche Terrorangriff der Hamas auf Israel – und seitdem kommen wir vermutlich alle nicht mehr zur Ruhe. Die Auswirkungen des Terrors und Krieges in Nahost sind sichtbar und spürbar auch hier bei uns: Auf der politischen Ebene hören wir rassistische pauschalisierende Forderungen wie das Wegnehmen von Staatsbürgerschaften und Ausweisungen oder den Ruf nach pauschalen Einschränkungen des Demonstrationsrechts und das Tabuisieren des Nahostkonflikts im Schulalltag. Wir sehen auf der gesellschaftliche Ebene eine Zunahme unerträglicher antisemitischer Übergriffe und gleichzeitig steigen die Fallzahlen von antimuslimischem Rassismus rasant an.

Die Vorbereitungsgruppe der BKMO war sich daher sehr schnell einig, dass wir auf der Konferenz Raum geben müssen für eigene Betroffenheiten, für Schmerz, für Innehalten – und für gegenseitiges Stärken und Solidarisieren. Wir haben das ursprüngliche Programm abgeändert und werden nun einerseits einen internen Austauschraum zu Auswirkungen des Terrors und Krieges in Nahost auf uns, unsere Arbeit, unsere Migrationsgesellschaft und der Wunsch nach gegenseitiger Solidarität anbieten und andererseits ein öffentliches Panel zum Thema Rassistische und antisemitische Positionen an den Rand drängen. Wie können wir breite(re) Allianzen bilden?

 In einem weiteren Themenschwerpunkt analysieren wir den Umsetzungsstand der Antirassismuspolitik der Bundesregierung und die tragischen Wahlerfolge der AfD und ihre Auswirkungen auf eure/unsere tägliche Arbeit. Neben diesen beiden politischen Schwerpunktthemen blicken wir im internen Teil der Konferenz auf das letzte Jahr, auf die Aktivitäten des Vertreter*innenrats und der Themen-Ausschüsse sowie den Aufbau der eigenen BKMO-Geschäftsstelle. Wir berichten über den Stand des Projektes CommunityPlus – Beratungsstellen gegen Rassismus und möchten mit euch die nächsten Entwicklungsschritte der BKMO diskutieren und abstimmen.

>> Hier geht es zum Programm (das Programm wird fortlaufend aktualisiert. Aufgrund der aktuellen Programmanpassungen stehen die Referent*innen noch nicht alle fest, wir bitten das zu entschuldigen). <<

 Bei Rückfragen sind wir jederzeit via Mail info@bk-mo.de oder telefonisch (Mo., Di., Mi. 9-16h) unter der 030 896 83 81 25 erreichbar.

Wir freuen uns auf das Wiedersehen, auf das Neu-Kennenlernen und auf viele spannende Gespräche und Eindrücke mit Ihnen und Euch!